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Halbzeug

Verwaschene Zeichen künden
gleich Pfingstwundern von versengter Haut,
rastlos züngeln Laute vor den Lippen.
Bisswunden am Leib, hochrote
Symbole tierischer Arroganz.
Gesagtes schwebt erst träge vor der Stirn,
verhangen vom Dunst blasser Thesen,
dann doppelt sich die Welt in Sprache,
spiegelt sich ein Wort in deinen Augen.

Duft von verbranntem Gewebe
über uns in den Balken, Gesten
füllen all die kleinen Lücken,
Silben fügen sich zu weißen Stauden,
über deinem Schopf ein helles Wort.
Spitze Lippen saugen mir den Geist
aus einer Wunde, die wie Schrift
in Zeit verhaftet, während das Gesagte
stets der Offenbarung trotzt.
Irgendwo im Qualm scheint zwar
ein Sinn zu schimmern, doch
Begriffe stechen in die weiche Haut
der ungeschützten Hände, Schweigen
dämmt die Leere, die noch bleibt.

Namen glühen nach im Raum dazwischen.
Verzerrter Ausdruck und der Kopf in Flammen,
die Reinigung beginnt mit spitzer Zunge.
Das Leben äußert sich in Spuren,
Ziffern stehen wie ein feiner Nebel,
in aller Vorsicht fühlen Fingerkuppen
feuchte Wunden der verträumten Menschheit.
Ohne Rücksicht ritzt der Code den Leib.
Sätze nadeln in den Schoß, ein Fluch
hängt kurz betreten in der Luft.
Der Zweifel dimmt recht angenehm,
doch deine Rede brennt mir in den Augen.
Neue Glyphen spenden milchig Licht,
Wahrheit ist kein Maß in dieser Zeit.

Zeig mir das Versatzstück der Erkenntnis,
das lange noch betastet und befragt
den heißen Kopf beschäftigt.
Bekränzt mit Chiffren und benebelt
nach dem Tagwerk langer Deutung
bettet sich das Haupt zuletzt
in ein Nest aus alten Zeichen.